Näher zusammen rücken, aber bitte mit Abstand
Es weht ein anderer Wind in Zeiten der Krise. Man möchte sagen: „alle rücken näher zusammen“, wenn auch auf Sicherheitsabstand. Die Ungewissheit des Covid-19-Verlaufs und die wirtschaftlichen Einbußen, die damit einhergehen, sind bedrückend und manch einer fühlt sich in seiner Freiheit beschnitten, da das Leben im öffentlichen Raum massiv eingeschränkt wurde. Doch wenn diese Maßnahme dem Wohl der Gemeinschaft dient, sollte es keine Beanstandungen geben – oder doch?

Aus meinem Homeoffice am Rande der kölner Stadt, wo das Leben aktuell noch ruhiger ist als zuvor, habe ich mir die Zeit genommen für Euch einen sehr bewegenden Trend zusammenzufassen, der uns heute und weit in die Zukunft begleiten soll.

Alte Werte wollen geübt sein
„Die Kurve flach halten“ heißt es und jene, die ein Bewusstsein für Gemeinschaft haben, folgen diesem Aufruf. Die Stimmen in sozialen Netzwerken vereinen sich in Form von Kampagnen ,„Stay The Fuck Home“, sie tauschen sich aus und finden eine große Gemeinsamkeit, die fern ab ist von üblichem Konsum-Verhalten. Covid-19 hat einen Ruck durch die Mengen verursacht und es wird sich vermehrt auf das Wesentliche konzentriert: Gesundheit & Grundversorgung. Die Theorie ist gut, aber die Praxis lässt zu wünschen übrig. Da unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten verlernt hat gemeinschaftlich zu handeln, spielen sich in unseren Supermärkten Szenen eines postapokalyptischen Blockbusters ab. Leere Regale. Frustrierte Mitmenschen. Jagd auf Lebensmittel. Dabei ist reichlich für alle da und kein Staat, der mit der Covid-19-Pandemie hantiert, hat bislang Einbußen in der Lebensmittelversorgung. Was die Herstellung von Klopapierproduktion angeht, dazu liegen leider keine Vergleichswerte vor, aber sobald das hier alles überstanden ist, werden wir mehr darüber wissen.

Kameraschwenk von den Supermärkten zu den städtischen Parks: das Frühlingserwachen hat uns erreicht und junge Leute feiern „Corona-Grillpartys“, um die Verbreitung des Virus zu beschleunigen mit dem Argument: „Bis Herbst soll 70% der Bevölkerung sowieso durchseucht sein!“. Achtung und Wertschätzung gegenüber älteren oder geschwächten Mitbürgern völlig fehl am Platz. Traurig.

Das Verhalten mancher Mitmenschen regt zum Nachdenken an, jedoch verübeln können wir es ihnen nicht. Denn unsere Gesellschaft wird auf eine harte Probe gestellt; „die Kurve flach halten“ erfordert sehr viel Selbstaufgabe und Achtsamkeit gegenüber anderen; Werte, die älteren Generationen noch bekannt sind. Das bedarf jede Menge Übung und vielleicht ist Covid-19 dahingehend unser bester Lehrmeister, wenn es heißt: weg von der Selfie-Gesellschaft 2.0., hin zur Wir-Kultur der Zukunft. Doch was genau hat das zu bedeuten?

Neo-Wandel durch Virus-Krise
Der Mensch ist immer dann angreifbar, wenn es um ihn persönlich oder um seine Familie geht. Durch die aktuelle Krise zeichnen sich innovative Neo-Lifestyle-Trends ab. Es wird verstärkt Wert gelegt auf lokale Strukturen, Familie und Mitmenschen im unmittelbaren Umfeld. Eine Anti-Bewegung als Reaktion auf globalisierte Konsum-Völlerei. Es entsteht eine verstärkte Sensibilität hinsichtlich Nachhaltigkeit und Wir-Kultur, damit einhergehend neue Geschäftsmodelle und die Reformation alter Unternehmen, die den großen Wirtschafts-Crash überleben. Es geht nicht mehr um steigenden Gewinn und Massenkonsum. Ein großer Teil unserer Gesellschaft lebt Autonomie und besinnt sich auf das Wesentliche: mehr Bewusstsein für Gemeinschaft und Umwelt, mehr Flexibilität im Arbeitsalltag, mehr Rückzug ins Private.

Ich bin der Meinung, dass das ein sehr positiver Ausblick ist, doch realistisch gesehen haben wir noch einen steinigen Weg vor uns. Wir müssen uns an die aktuellen Umstände so gut es geht anpassen, flexibel denken und schnell handeln, wenn es von uns gefordert wird. Stay calm and carry on. And be creative.

In diesem Sinne, bleibt gesund und passt gut auf euch und eure Liebsten auf! ♥

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Von der „Selfie-Gesellschaft 2.0.“ zur „Wir-Kultur“

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